Freispruch

 

 

   

Unersättlich meine Gier

nach Nachschub

wenn ich dich niederschlage, Tag für Tag

Dir das Glühen aus deiner Birne schraube

und mich an der jämmerlichen Unterwerfung deiner Gedankenfluten labe.

Ich! bin ihre Herrin und du Wicht verlierst die Orientierung.

Mein ist die Macht

deine Sonne zu verdunkeln

und dir im Zwielicht interessiert beim Welken zuzusehen.

Mein Gift manipuliert deine Wahrnehmung,

zieht unaufhaltsam die Farben aus deinem Alltag

und die Wärme aus deiner Umgebung.

Ich klaue den Klang aus den Melodien

und entführe den Schalk aus deinem Nacken.

Nachts halte ich dich wach, lasse dich im Dunkeln zähe Zeittropfen zählen,

schenke dir ein klebriges Übermaß davon für sinnlose Grübeleien

die deine fahle Visage zerknittern.

Mit wachsender Begeisterung verdrecke ich dein Lachen,

während ich mit dem Atem aus deinen Zügen Klimaanlagen füttere.

Schließlich gehört mir

der Antrieb aus deinem Tun

und ich vereinnahme dein Selbst

bis es sich richtet.

Mord auf Raten?

Nix da, Freispruch, Euer Ehren!

 

 

 

rv, 21. August 2011